{"id":24,"date":"2014-08-28T18:33:20","date_gmt":"2014-08-28T18:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.lentge.de\/?p=24"},"modified":"2015-05-01T13:42:31","modified_gmt":"2015-05-01T13:42:31","slug":"vom-killer-app-potenzial-eines-business-plans","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.lentge.de\/?p=24","title":{"rendered":"Vom Killer App-Potenzial eines Business Plans"},"content":{"rendered":"<p>Wohl nicht zuf\u00e4llig sind\u00a0<i>&#8222;Die Kunst des klaren Denkens&#8220;<\/i>\u00a0von Rolf Dobelli und das Nachfolgewerk\u00a0<i>&#8222;Die Kunst des klugen Handelns&#8220;<\/i>\u00a0beliebte Executive-Lekt\u00fcre:\u00a0Wer will nicht gerne &#8222;klar denken&#8220; und &#8222;klug handeln&#8220;.<\/p>\n<p>Fakt ist allerdings wohl, dass beides dem modernen Menschen meist nur eingeschr\u00e4nkt gelingt. Dobelli, der\u00a0Anfang der 1990er gemeinsam mit mir an der Universit\u00e4t St. Gallen studiert hat, erinnert unter anderem daran, dass &#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>wir immer wieder systematisch unsere F\u00e4higkeiten \u00fcbersch\u00e4tzen (selbst wenn wir behaupten, wir w\u00e4ren der pessimistische Typ); und\u00a0die wenigsten einmal erfolgreichen Firmengr\u00fcnder diesen Erfolg noch einmal wiederholen k\u00f6nnen (obwohl es viele versuchen) \u2013 weshalb man auch annehmen darf, dass &#8222;Gl\u00fcck&#8220; f\u00fcr einen erfolgreichen Start-Up viel entscheidender ist als (sicher auch relevante) Unternehmer-F\u00e4higkeiten. Mit Warren Buffett: &#8222;Deine Leistung als CEO ist viel st\u00e4rker abh\u00e4ngig von dem Business Boot, in dem Du sitzt, als von Deinen Ruderk\u00fcnsten.&#8220;<\/li>\n<li>wir weder Wahrscheinlichkeiten noch Risiken intuitiv einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Experten in der Regel nicht besser arbeiten als ein Zufallsgenerator.<\/li>\n<li>Gruppendiskussionen nachweislich dazu f\u00fchren, dass riskantere Entscheidungen beschlossen werden.<\/li>\n<li>sich 90% menschlichen oder organisationalen Verhaltens durch das etablierte Anreizsystem erkl\u00e4ren lassen.<\/li>\n<li>Bezahlung \u00fcberall dort, wo Menschen vorher etwas aus nicht-monet\u00e4ren Gr\u00fcnden getan haben, unwiederbringlich zum Zerfall dieser Bereitschaft f\u00fchrt.<\/li>\n<li>wir systematisch die Rolle des Neuen \u00fcbersch\u00e4tzen, die allermeisten neuen Zaubertechnologien \u00fcber kurz oder lang dem &#8222;Bullshit-Filter der Geschichte&#8220; (Nassim Taleb) zum Opfer fallen werden, und wir\u00a0vermutlich besser daran t\u00e4ten anzunehmen, dass der Alltag in 50 Jahren gr\u00f6\u00dftenteils noch so aussehen wird wie unser heutiges Leben.<\/li>\n<li>wir dazu neigen, Informationen sofort wieder zu vergessen, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von der faktischen Relevanz, und dass uns auch aus langen Vortr\u00e4gen, vielschichtigen Diskussionen und intensiver Zusammenarbeit am Ende vor allem der letzte Eindruck, der Schluss, die Pointe in Erinnerung bleibt.<\/li>\n<li>Krisen nur selten Chancen sind (auch wenn wir es uns einreden), sondern fast immer nur eine massive Schw\u00e4chung der (unternehmerischen) Substanz bedeuten, die man m\u00fchsam und schmerzhaft wieder aufbauen muss.<\/li>\n<li>wir bei Investitionsentscheidungen gerne der Projektion nach vorne und weniger dem Blick in die Historie vertrauen, obwohl man \u00fcberall dort, wo f\u00fcr den Verfasser der Enscheidungsvorlage &#8222;einmalig viel&#8220; auf dem Spiel steht, darauf wetten kann, dass er bez\u00fcglich seiner Leistungsf\u00e4higkeit im Zweifelsfall \u00fcbertreiben, unseri\u00f6s kalkulieren oder haltlose Zusagen machen wird.<\/li>\n<li>wir davon besessen sind,\u00a0auf m\u00f6glichst vielen Hochzeiten zu tanzen, nichts auszuschlie\u00dfen und f\u00fcr alles offen zu sein \u2013 obwohl wir wissen k\u00f6nnen, dass jede Option, die wir uns offenhalten, Kosten verursacht, mentale Energie abzieht und wertvolle Denk- und Lebenszeit verbraucht. &#8222;Der CEO, der jede erdenkliche Expansionsm\u00f6glichkeit pr\u00fcft, verfolgt am Schluss gar keine. Die Unternehmung, die alle Kundensegmente ansprechen will, spricht bald \u00fcberhaupt keine mehr an. Und der Verk\u00e4ufer, der jedem Lead nachspringt, steht am Ende ohne Kunden da.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige seiner konkreten Empfehlungen f\u00fcr den (Management-)Alltag:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;Seien Sie allen Vorhersagen gegen\u00fcber skeptisch, besonders wenn sie von sogenannten Experten stammen. Und gehen Sie bei allen Pl\u00e4nen immer vom pessimistischsten Szenario aus.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Treffen Sie die bewusste Entscheidung, gewisse M\u00f6glichkeiten au\u00dfer Acht zu lassen.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Stellen Sie Leute ein, die besser sind als Sie selbst, sonst haben Sie bald einen Laden voller Loser.&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen Einzelschicksale serviert werden. Fragen Sie nach den Fakten und der statistischen Verteilung dahinter.&#8220; Und andererseits: &#8222;M\u00f6chten Sie Menschen bewegen, aufr\u00fctteln, motivieren, sorgen Sie daf\u00fcr, dass es ordentlich menschelt.&#8220; (Nicht zuf\u00e4llig ist der Trivialroman \u2013 und nicht das Sachbuch \u2013\u00a0die literarische &#8222;Killer App&#8220; &#8230;)<\/li>\n<li>&#8222;Wenn die Situation unklar ist, unternehmen Sie nichts, bis Sie die Situation besser einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen. Halten Sie sich zur\u00fcck.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und vor allem:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<blockquote><p>&#8222;Konzentrieren Sie sich auf die wenigen Dinge, die Sie wirklich beeinflussen k\u00f6nnen \u2013 und von denen konsequent nur auf die wichtigsten. Alles andere lassen Sie geschehen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohl nicht zuf\u00e4llig sind\u00a0&#8222;Die Kunst des klaren Denkens&#8220;\u00a0von Rolf Dobelli und das Nachfolgewerk\u00a0&#8222;Die Kunst des klugen Handelns&#8220;\u00a0beliebte Executive-Lekt\u00fcre:\u00a0Wer will nicht gerne &#8222;klar denken&#8220; und &#8222;klug handeln&#8220;. Fakt ist allerdings wohl, dass beides dem modernen Menschen meist nur eingeschr\u00e4nkt gelingt. 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